Weißnarr

Fastnachtsfigur der schwäbisch-alemannischen Fastnacht wie z.B. der Villinger Narro, der Hansel z.B. aus Bräunlingen und Donaueschingen sowie der Gschell in der Rottweiler Fasnet.

 

Typisch für den Weißnarren sind das weiße motivbemalte Häs-Leinenkostüm, die schweren runden Schallschlitzglocken (Gschell) an den geschulterten Lederriemen und die wertvolle aus Holz geschnitzte Maske mit dem Fuchsschwanz, welcher in der Spätantike als Symbol des Sünders, vorwiegend des Betrügers und Lügners galt.

 

Die genaue Tradition dieser Figur ist uns derzeit nicht ausreichend exakt nachweisbar. Sicher ist jedenfalls: Zumindest unter der Bezeichnung „Weißnarr“ führte der in Ulm geborene SDR-Rundfunkjournalist und Fastnachtsforscher Wilhelm Kutter diese Fastnachtsfigur Anfang der 60er Jahre (sehr wahrscheinlich wieder) ein. Denn eine Figur NEU zu schaffen, kann man bei Kuttner ausschließen. Er war es immerhin, den im Jahr 1970 die Vereinigung schwäbisch-alemannischer Narrenzünfte VSAN mit der Einrichtung des Narrenschopf-Museums betraute.

 

Außerhalb der Fasnetbereiche geraten Weißnarren regelmäßig in Erklärungszwang, denn Fasnet-Fremde denken beim Begriff „Weißnarr“ sehr oft an den „Weißclown“, jenen als eleganten und noblen Zirkusclown bekannten Pierrotnachfolger, der gerne saxophonspielend dargestellt wird.

 

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