Schunkelwalzer

…sind Lieder im Dreivierteltakt, zu denen man sich bekanntlich mit den Armen in die Arme der nebenan sitzenden (oder stehenden) Personen einhakt und gemeinsam zum jeweiligen Taktbeginn, dem sog. „Schlag eins“ abwechselnd nach links und rechts bewegt. Soviel zur Theorie.

Dies in der Praxis zu beschreiben halten Insider für unnötig. Denn wer schon mal Teilnehmer einer Schunkelrunde war, kennt den herrlichen Spaß des Schunkelns einschließlich des Hintergrundes: Jeder hakt sich seinem Nebenmann unter, ob er ihn nun gut leiden kann oder auch nicht. Im letzteren Fall wurden dadurch schon jahrelange verbissene Streitereien zweier Menschen wie durch Zauberhand beseitigt. Ja. So etwas gibt es tatsächlich.

Der Schunkelwalzer: Beinahe ein ernstzunehmender Kandidat für den Friedensnobelpreis.

Ob der Begriff „schunkeln“ von „schaukeln“ oder (und das ist etwas völlig anderes) von „schnell schaukeln“ abgeleitet ist, darüber sind sich selbst hochrangige Sprachwissenschaftler nicht einig.

Fest steht allerdings: Gäste aus der Schweiz schunkeln auf unseren Veranstaltungen mit der allergrößten Begeisterung!

So etwas gibt es in ihrem Heimatland fast nirgends…

 

Rätsel für Insider:
Welcher Mainzer Karnevalist, Kabarettist und Pianist bezeichnete in der Fassenacht 1980 den Dreivierteltakt schmunzelnd als
„Nix Halbes und Nix Ganzes“?
(Auflösung sh. Mainzer Fassenacht, unterste Zeile)

Hier eine Auswahl der meistgespielten Schunkelwalzer:

Auf und nieder, immer wieder
Am Rosenmontag bin ich geboren
Das kannst Du nicht ahnen, Du munteres Rehlein, Du
Der schönste Platz ist immer an der Theke
Do dro’m auf’m Bergerl, do steht…
Du darfst mich lieben für drei tolle Tage
Du, Du liegst mir im Herzen
Du kannst nicht treu sein
Einmal am Rhein
Einst ging ich spazieren der Donau entlang
Es war im Böhmerwald
Geh’ma amoi nüber
Heute blau und morgen blau
Hier am Rhein geht die Sonne nicht unter
Ich hab den Vater Rhein in seinem Bett geseh’n
In Mainz am schönen Rhein
In München steht ein Hofbräuhaus
Kornblumenblau
Links, rechts, vor, zurück…
Lustig ist das Zigeunerleben
Mariechen saß weinend im Garten
Schön ist die Liebe im Hafen
Solang da oide Peter
Trink, trink, Brüderlein trink
Trinkst Du mal Wein vom Rhein, gib acht auf den Jahrgang
Waldeslust
Wir kommen alle, alle, alle in den Himmel
Wenn das Wasser im Rhein gold’ner Wein wär
Wo die Nordseewellen

 

Und folgende Schunkelwalzer eignen sich in der letzten Wiederholung zum Wechsel in den 2/4 Takt (Marsch),

wobei dies üblicherweise in eine Folge von Marsch- und Marschpolkaliedern, manchmal sogar in eine Polonaise übergeht:

Am Aschermittwoch ist alles vorbei
Es war einmal ein treuer Husar
Heile heile Gänschen
Jetz’ trink ma no a Flascherl Wein
Nach hause… geh’n wir nicht
O du wunderschöner deutscher Rhein
So ein Tag, so wunderschön wie heute
Wenn das so weitergeht
Wer soll das bezahlen

 

 

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