Schützenball

Der Artikel bezieht sich auf Erfahrungen im südbayrischen Raum, in dem Schützenvereine immer Sport-Schützenvereine sind.

Reine Gesellschafts-Schützenvereine, die ihren König bei einem Schützenfest z.B. mit dem sogenannten Vogelschießen auf eine Holzfigur ermitteln, kennt man hier nicht.

 

Schützenbälle sind keine Maskenbälle. Man kommt vielerorts noch traditionell in Trachtenkleidung. Vielleicht ist dies der Grund, weshalb Schützenbälle fast immer zu Beginn der Faschingszeit stattfinden, meistens in der ersten Januarhälfte, manchmal auch in Verbindung mit dem Hausball der Vereinsgaststätte als „Haus- und Schützenball“.

Im Rahmen dieses Schützenballs erfolgt die Preisverleihung des Königsschießens mit Proklamation des Schützenkönigs, meistens auch eines Jugendkönigs, welche im sog. „Blattlmodus“ ermittelt werden. Darunter versteht man den genauesten Schuß ins Zentrum im Gegensatz zum „Ringmodus“, in dem die Gesamtzahl der Ringe einer festgelegten Schußserie gewertet wird.

Fast immer erfolgt die Preisverteilung im Wechselmodus: Bestes Blattl=1.Platz (Schützenkönig), höchste Ringzahl=2.Platz, zweitbestes Blattl=3.Platz, zweithöchste Ringzahl=4.Platz u.s.w.

Neben Schützen- und Jugendkönig ermitteln große Vereine zusätzlich auch noch die Königswürde für Damen, manche sogar für Senioren (Auflagekönig).

Die Könige erhalten bei der Proklamation die Schützenketten, welche sie an diesem Abend und im folgenden Jahr bei großen Anlässen tragen, z.B. bei Umzügen. Traditionell verewigt sich der König an der Schützenkette mit einer gefaßten Silbermünze, unter der ein Silberschild mit Namens- und Jahreszahlgravur befestigt ist.

Schützenbälle finanzieren sich durch die Eintrittspreise der Besucher sowie durch Spenden der örtlichen Firmen.

Eine besondere Art des Schützenballes, der Gauschützenball für die Schützenkönige aller im Gau zusammengeschlossenen Vereine, findet sehr viel später statt, zumeist weit außerhalb der Faschingszeit.

 

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