Nubbel und Jaudus

Nubbel:

Eine mit Stroh ausgestopfte meist lebensgroße Puppe, welcher vorwiegend in rheinischen Regionen die im Karneval begangenen „Sünden“ zugesprochen werden, weshalb sie in der Nacht zum Aschermittwoch öffentlich spektakulär verbrannt wird. Traditionell eine symbolische Ausrede, um ohne Sündenschuld bereits in die Fastenzeit zu gelangen: Die kirchliche so genannte „Osterbeichte“ erfolgte meist erst in der Karwoche, der Woche vor dem Ostersonntag.

Daß diese Nubbelfigur verbrannt wird, knüpft wohl an den Hintergrundgedanken der mittelalterlichen Hexenverbrennungen an, das „Böse“ restlos zu beseitigen.

 

Jaudus:

Eine sehr „ähnlich heiße“ Tradition finden wir in einigen Bereichen Südbayerns beim „Jaudus“, dem Judasfeuer. Auch dort ist es eine meist strohgefüllte Puppe, die am Karsamstag von Burschenvereinen auf einem Berg von Holz (früher grundsätzlich auf einem Riesenstapel aus alten Autoreifen) nach Einbruch der Dunkelheit angezündet wird. In der Vergangenheit erfolgte anschließend der „Oarbell“ (sich ein gekochtes Ei erbetteln): Jeder der Burschen besuchte seine Herzallerliebste mittels Leiter an deren Kammerfenster und bekam dort von ihr traditionell ein Osterei, ein Gläschen Schnaps und ein Busserl (Küßchen), was selbst in früher strengeren Zeiten nicht als Sünde galt. Der Einstieg ins Zimmer der Auserwählten war jedoch nicht Teil dieser Tradition! Also offiziell…

 

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