Luftschlangen

LuftschlangenVielleicht das typischste Faschings-, Silvester- und Partyzubehör, diese farbigen, in einem komplizierten Spezialverfahren von Aussparungsmessern perforierten, anschließend gerollten und endverklebten Streifen, die meist aus Papier, manchmal auch aus Folienmaterial produziert werden und angeblich wie die Konfettis von dem Berliner Paul Demuth erfunden wurden, wobei Folienluftschlangen nach dem Ausrollen die Spiralform schlechter behalten als ihre Papierkollegen.
Das älteste Verkaufsformat ist eine Rollenpackung mit 18 Luftschlangen in sechs Farben, aber es gibt auch Luftschlangen in längs- und quergestreiften Farben, mit Rautenmustern oder in gepunktetem „Konfettidesign“ sowie überlange Luftschlangen, die vorwiegend für Dekorationszwecke Verwendung finden.
Die meisten Benutzer „entrollen“ Luftschlangen durch Hineinblasen in die Rollenmitte, wobei lt. Studien ein Abstand von 25-30 Zentimeter zwischen Lippen und Luftschlange ideal sein soll. Echte Insider entrollen eine Luftschlange aber durch Werfen: Sie ziehen aus der Innenseite der Rolle das Materialende einige Zentimeter heraus, klemmen diese zwischen Ringfinger und kleinen Finger, fassen die Rolle (ohne sie zu zerdrücken) mit Daumen, Zeigefinger und Mittelfinger und werfen die Rolle gezielt in die Wunschrichtung, ohne dabei das eingeklemmte Ende loszulassen. So umständlich dies auch klingen mag, so einfach ist’s mit ein wenig Übung. Routinierte schaffen das sekundenschnell, manche sogar zwischen zwei Kamelleabwürfen.
Kurios:
Es soll schon Meisterschaften im Wiederaufrollen von Luftschlangen gegeben haben mit Rollen von mehreren Metern Durchmesser, aus welchen anschließend aufrecht stehende kegelförmige Objekte gebildet werden mussten. Nach der Preisverleihung wurden besonders  spektakuläre Siegerprodukte mit Klebstoff besprüht, später hochglanzlackiert und im nächsten Jahr als Veranstaltungswerbung ausgestellt, z.B. in Schaufenstern großer Autohäuser.

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