Kathreintanz

Die in Bayern, Österreich, Südtirol und teilweise in angrenzenden deutschsprachigen Gebieten traditionell letzte Tanzveranstaltung vor Weihnachten, früher sogar der letzte Tanz vor dem Fasching.

 

Das Datum:

„Kathrein“, der 25. November, ist der Gedenktag der heiligen Katharina von Alexandrien.

Bis zum Jahr 431 begann an diesem Tag die damalige 40-tägige vorweihnachtliche Fastenzeit, in welcher striktes Tanzverbot herrschte. Das Weihnachtsfest war damals noch am 6. Januar und wurde im Jahr 432 auf den 25. 12. verlegt.

 

Dieser Satz wird aber fast immer falsch verstanden: Der Kathreintanz war früher NIEMALS am Kathreintag (25. Nov.), sondern stets am Samstag vorher. Auch nach der Verlegung des Weihnachtsfestes auf den heutigen Zeitpunkt blieb diese Tradition erhalten, obwohl die Tage vom „neuen“ Fastenzeitbeginn (12.November) bis zum Tag des Kathreintanzes dann plötzlich in der vorweihnachtlichen Fastenzeit lagen, in welcher eigentlich Tanzverbot bestand. Der Kathreintanz war aber bis dahin derart traditionsverwurzelt, daß er nicht mehr zu ändern war.

Warum?

Um den 25. November rankten sich mehrere Bräuche, welche man -obwohl sie mit einer Ausnahme alle bürgerlich waren- sogar im ökumenischen Heiligenlexikon findet:

Am „Kathrein-Tag“…

…endete die Zeit des Viehs auf der Weide.

…begann die Schafschur.

…brachte man die Bienenstöcke unter Dach und Fach.

…mußten alle Räder ruh’n, vom Spinnrad, Mühlrad und Wagenrad sogar bis zum späteren Fahrrad! Grund dafür war, weil die hl. Katharina lt einer Legende im Verlauf ihres Martyriums gerädert werden sollte, worauf das Rad brach und die Henker tötete. Katharina starb später durch Enthauptung.

…begann die Zeit der „Spinnstuben“, in welchen sich die Frauen gemeinsam mit Näh- und Strickarbeiten, Spinnen und Weben beschäftigten. Daß der Gedankenaustausch sehr vielfältig gewesen sein dürfte, muß wohl nicht näher erläutert werden. Wie sich deren Männer diese Abende zu Nutze machten, ist nicht überliefert. Für Oberbayern dürfte interessant sein, daß man das Treffen in diesen Spinnstuben damals „Hoagarten“ nannte, ein Ausdruck, der sich in stark abgewandeltem Sinn bis heute bewahrt hat.

 

Bekannte Kathreintänze:

Den Münchner Kathreintanz veranstaltet mittlerweile das Kulturreferat der Landeshauptstadt in Zusammenarbeit mit dem Münchner Hofbräuhaus in dessen Festsälen.

Den Wiener Kathreintanz veranstaltet die Arbeitsgemeinschaft der Wiener Volkstanzgruppen (ca. 1.000 Teilnehmer) inzwischen im Palais Ferstel.

 

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