Karneval in England

Fasching in unserer Faschingszeit…
…gab es in England bis zur Reformation (Heinrich VIII.) im 16. Jahrhundert und nannte man „Shrovetide“.

Übrig geblieben ist in „unserer regulären“ fünften Jahreszeit nur ein Brauch am Faschingsdienstag, dazu später mehr.

Befassen wir uns zunächst mit dem englischen…

 

Straßenkarneval im Sommer!
Er wurde 1964 von karibischen Einwanderern importiert, findet aber nicht mehr in unserer Faschingszeit statt, sondern am letzten August-Wochenende.
Im Londoner Stadtteil Notting Hill, welches für den allwöchentlichen riesengroßen Flohmarkt berühmt ist, geht an diesem Sommerwochenende drei Tage lang die Post so richtig ab. Bunt und schrill mit Rio-ähnlichen Kostümen, in welchem die sonst eher konservativ eingeschätzten Briten überraschend viel nackte Haut präsentieren. Allerdings vorwiegend bei der großen Parade am Montag mit Zugbeginn auf der Great Western Road. Los gehts teilweise schon vormittags um neun Uhr mit unüberhörbarer DJ-Musik (Lifemusikgruppen sind eher selten) und gefeiert wird bis spät in den Abend hinein. Der Sonntag ist den Kinder- und Schulzügen und einer Kostümprämierung vorbehalten.
Im Gegensatz zur Stadt ist auf dem Land der englische Straßenkarneval zwar ebenso farbenfroh, aber doch sehr viel gemütlicher und eher vergleichbar mit unseren Faschingszügen: Die Wägen werden dort von den örtlichen Vereinen gebaut.
Die Besucherzahl des englischen Straßenkarnevals insgesamt beläuft sich schon mal auf knapp zwei Millionen Zuschauer.

 

Prinzenpaar bzw. Dreigestirn
…gibts hier nicht. Die Regentschaft übernimmt (scheinbar besonders in Landbereichen) eine Faschingskönigin. Diese „Carnival Queen“ ähnelt im Outfit meist der Siegerin einer Miss-Wahl mit Schärpe und Diadem, in seltenen Fällen ist die Bekleidung ein Samba-Prunkkostüm wie in Brasilien.

 

Kamelle
…gibt’s hier auch nicht. Sie werden als Besucher höchstens mit flüssiger Schokolade bespritzt, auch ein von den karibischen Einwanderern importierter Brauch.

 

Der Faschingsdienstag (Shrove Tuesday)…

wird „Pancake Day“ genannt. Der große Spaß ist an diesem Tag das traditionelle Pfannkuchenrennen.
Wer ausreichend humorvoll und verrückt ist, bäckt zuhause einen Pancake (Pfannkuchen, Eierkuchen), geht möglichst verrückt verkleidet mit dem Pfannkuchen in der Pfanne aus dem Haus und rennt dann ununterbrochen auf der Straße herum, wobei man den Pfannkuchen immer wieder mit der Pfanne hochwirft und gewendet wieder in die Pfanne zurückplumpsen lassen sollte. Daß dies nicht immer gelingt, müßte eigentlich gar nicht erwähnt werden. Und welche Landeplätze sich der Pfannkuchen gelegentlich aussucht, überlassen wir der Fantasie unserer geschätzten Lexikonbesucher. Übrigens werden englische Pancakes nicht nur mit Zitronensaft überspritzt und mit Master Sugar bestäubt, man gibt auch gerne Golden Syrup dazu. Und wenn der Pfannkuchen dann auf die Glatze des Nachbarn platscht…

 

 

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