Büttenrede

Eine gute Büttenrede zählt in Karnevalssitzungen zu den erfolgreichsten Programmpunkten.
Büttenreden werden meistens in der Reimform verfasst und können die unterschiedlichsten Versmaße aller Schwierigkeitsstufen enthalten, doch auch Prosa-Redner gehören sehr oft zu den 1a-Publikumslieblingen.
Unter eingefleischten Karnevalisten zählen die erste Rede des Abends (der so genannte „Eisbrecher“) und die „letzte Rede“ zwar zu den schwierigsten, aber auch hochqualifizierte politische Reden und Büttenreden mit zusätzlichen musikalischen, theatralischen oder tänzerischen Fragmenten sind echte Herausforderungen für wahre Künstler und Meister ihres Fachs, von denen einige ihre karnevalistische Leidenschaft sogar zum Beruf machen konnten wie beispielsweise der hochkarätige Mainzer Kabarettist Herbert Bonewitz oder das fränkische Erfolgsduo Volker Heissmann und Martin Rassau als „Waltraud und Mariechen“.
Nicht vergessen darf man natürlich die „einfach nur lustigen“ Büttenredner, welche die beneidenswerte Kunst beherrschen, immer wieder neue Witze und Gags zu kreieren und dadurch auf jahrzehntelang bekannte Kalauer verzichten können.
Nach Beendigung einer Büttenrede erhält der Redner vielerorts den Saison-Orden des Veranstalters.
In den Karnevalsmetropolen soll es übrigens Profi-Büttenredner geben, die mit einer einzigen Rede eine komplette Saison lang von Saal zu Saal ziehen und an einem „guten“ Abend für eine ganze Reihe von Auftritten engagiert werden. Und wenn zum Saisonende die Stimmbänder einen Streich spielen, hält jeder Apotheker immerhin ein Fläschchen der in Bühnenkreisen bekannten L*******n-Tropfen parat, die auf Zuckerstückchen geträufelt zwar scheußlich schmecken (vom anschließenden Küssen ist abzuraten) und auf Dauer ist das auch für die Stimmbänder nicht gerade ein grandioses Erlebnis, aber mit der Stimme klappt’s noch max. 2 Tage länger. Gut, man sollte diese Maßnahme nicht grundsätzlich verteufeln, denn auch den Schreiber dieser Zeilen hat diese Notlösung schon mehr als einmal gerettet. Zu beachten wäre aber, daß man sich nach der „L“-Einnahme keinesfalls ans Steuer setzen sollte und vor einer Überdosierung sei -wie bei allen Medikamenten- dringend gewarnt. Die bessere Lösung ist immer noch, auf eine vernünftige Dosierung der Auftrittsabstände zu achten und Veranstaltungen mit unzureichenden PA-Anlagen zu meiden, denn SCHREIEN ist der größte Feind von Büttenrednerstimmbändern!

 

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